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„Neues entsteht,
wenn man Bekanntes
neu kombiniert.“   

hacking politics in der Permakultur-Akademie

Das diesjährige Akademie-Wochenende der Permakultur-Akademie drehte sich um das Schwerpunktthema „Politik“. Ich durfte den Keynote-Vortrag halten: basierend auf meinem Kurzvortrag „hacking politics“ schilderte ich, wie jeder Politik machen kann und welche Hackzeuge einsetzbar sind. Amüsierte Gesichter in der Zuhörerschaft und das zahlreiche Feedback zeigten mir, dass die Botschaft ankam. Lust entstand, sich in die lokale Politik ihrer Heimatstädte einzumischen. Festgehalten wurden die Kerninhalte per Graphic Recording von Anso:

Als Bonus gab es einen 1,5stündigen Workshop „hacking politics – Stadtratsanträge schreiben“. In Kleingruppen arbeiteten die Teilnehmerinnen an einem Antrag für einen autofreien Tag in Potsdam, nachhaltige Beschaffung durch eine Stadtverwaltung, essbare Straßenbäume in Stuttgart und kommunale Förderung von Gartenaktivitäten im Stadtraum. Das extra für diesen Workshop erstellte Arbeitsblatt „hacking politics – Stadtratsantrag“ funktionierte perfekt als Leitfaden.

Ich habe Lust, diesen Impuls öfter zu setzen und diesen Workshop öfter durchzuführen. Zivilgesellschaftliche Gruppen, die politisches Handwerkzeug für ihre Arbeit in ihrer Kommune lernen wollen, oder auch Stadträte und politische Gruppen sind herzlich eingeladen, mit mir in Kontakt zu treten!

FutureCityProjects: Förderung vom Prototypefund erhalten

Gemeinsam mit Jakob Schumann haben wir uns auf eine Förderung des Prototypefund beworben: der vom Bundesforschungsministerium und der Open Knowledge Foundation geförderte Fond unterstützt Open-Source-Software-Projekte. Unser Projekt für die 6. Ausschreibungsrunde heißt FutureCityProjects. Wir wollen darin einen Bürgerbeteiligungsprozess in Software gießen, mit dem BürgerInnen einer Stadt stadtgestaltende Projekte konzipieren können: bis hin zur Antragstellung für Förderfonds. Umsetzungszeitraum ist September 2019 bis Februar 2020. Dann steht eine Software zum Einsatz in Städten und Dörfern zur Verfügung, der den BewohnerInnen helfen soll, ihre Orte zu gestalten und den Stadtverwaltungen und Förderern, solche Aktivitäten zu unterstützen.

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Forschungsprojekt #futureCityOS

Lassen sich Städte mit Computern vergleichen? Lassen sich in Städten sozio-technische Betriebssysteme installieren, ähnlich wie Computerbetriebssystemen auf PCs? Und falls ja, wie macht man das?

#futureCityOS ist das Schlagwort, unter dem ein kleines Team derzeit einen Förderantrag an die Bosch-Stiftung vorbereitet. Beim SPIELRAUM2019 ist die Idee entstanden und gemeinsam mit Mitarbeiter von Fraunhofer IOSB, IFEU und DIFU sowie einer freien Architektin arbeiten wir derzeit an dem Konzept für ein zweijähriges Forschungsprojekt. Ziel soll es sein, uns der Idee eines „Betriebssystems für die Zukunftsstadt“ zu nähern, ausgehend von der Feststellung, dass Computerbetriebssysteme dem Nutzer Prozesse bereitstellen, genau wie Stadtgestaltung durch vielerlei Interaktions- und Partizipationsprozesse passiert. Diese Analogie muss sich doch nutzen lassen, oder?

Gesucht werden noch Partner, die in ihren Institutionen mit stadtgestaltenden Partizipationsprozessen arbeiten. Wir wollen schauen, wie Ihre Erfahrungen sich in einem #futureCityOS abbilden lassen und welche Werkzeuge wir für Ihre Prozesse bereitstellen können. Natürlich sind auch Kooperationspartner willkommen, die unser Vorhaben mit eigenen Ressourcen unterstützen können. Kontaktieren Sie uns!

Raumkonferenz in Dresden

Die 3. Juniwoche 2019 war ganz dem Thema „Stadtraum gestalten“ gewidmet: Der Konglomerat e.V. lud zur Raumkonferenz und dutzende Veranstaltungen boten Gelegenheit zur Diskussion, zum Lernen, zum Ausprobieren.

Ausgehend von der Frage „Was könnte das Ergebnis einer solchen Raumkonferenz-Woche sein?“ hatten wir eine Workshop-Serie vorbereitet: „hacking politics – Stadtratsanträge schreiben“. Entlang der hacking-politics-Philosophie und mit Hilfe eines neugestalteten Arbeitsblattes „Stadtratsantrag“ leiteten wir die Workshop-TeilnehmerInnen an, das Zusammenwirken des Stadtrats und der Stadtverwaltung zu verstehen und eigene Stadtratsanträge zu formulieren. Die Einrichtung eines Jugendparlaments, die Umsetzung eines „Raumzensus“, mögliche institutionelle Förderungen für Nachhaltigkeits-Organisationen und die Beschränkung der militärischen Nutzung des Dresdner Flughafens – diese Antragsentwürfe erreichten eine Einreichungsqualität. Dresdner Stadträte: aufgepasst!

Eingeladen von der Urban Equipe nahm ich außerdem an einem Workshop teil, der nach Mustern in Partizipationsprozessen sucht. Als Fallbeispiel war der Dresdner Zukunftsstadt-Prozess vorgesehen, den wir nach nutzbaren Mustern durchsuchten. Der Muster-Ansatz ist mir jetzt zum zweiten Mal begegnet und ich ahne, wir werden in ihn anderen Zusammenhängen nochmal intensiv gebrauchen.

Es war eine sehr eindrucksvolle Konferenz: mit so vielen Veranstaltungen, dass es schwer war, sich zu entscheiden, aber mit einem Flair, mit dem man sich der Raum-Frage sommerlich-entspannt nähern konnte.

Prozessdesign Kulturhauptstadt

Dresden bewirbt sich als Europäische Kulturhauptstadt 2025. Ich freue mich über den Auftrag, ein Prozessdesign für den partizipativen Teil des Kulturhauptstadt-Prozesses zu entwerfen. Die Herausforderung: Wie baut man einen Beteiligungsprozess, der von 2020 bis 2025 und darüber hinaus geht? Das ist ein sehr langer Zeitraum, in dem aus Kindern Jugendliche, aus Jugendlichen Erwachsene, aus Frauen Mütter, aus Männern Väter, aus Studenten Unternehmer und aus Mitarbeitern Rentner werden. Eine reizende Aufgabe!

Klimawandel mit der MDR-Wetterfee

Ich hatte die Ehre, auf Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung im Burgtheater Bautzen Michaela Koschak zu moderieren, die MDR-Wetterfee. Etwa 70 bis 80 TeilnehmerInnen aus der MDR-Zielgruppe – sprich: erhöhtes Durchschnittsalter – hörten ihre Ausführungen zum Klimawandel. Die Diskussion war erregt: Die Dringlichkeit des Themas war spürbar, die Antworten die die Metereologin geben konnte nicht ausreichend, wenn es politisch wurde. Man kommt beim Klimawandel schnell zum Tempolimit, zum Rasenmähen, zu Wasserflaschen aus Frankreich, zum MDR-Fernsehprogramm. Nur zu einfachen Lösungen, zu denen kamen wir nicht.

Zukunftsstadt beim Global Festival of Action

Über 60 interaktive Sessions erwarten die BesucherInnen des Global Festival of Action vom 2. bis 4. Mai in Bonn. Das Ereignis ist Teil der UNO-Aktionskampagne für die Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDG).

Unsere Bewerbung, den Zukunftsstadt-Dresden-Projekt vorzustellen, wurde angenommen. Wir werden am 2. Festivaltag eine Session ähnlich unserer Workshops in Dresden ausgestalten, um den internationalen TeilnehmerInnen ein Gefühl für unsere Herangehensweise und Informationen zum Projekt zu geben.

3. Mai 2019, 15:30-17:00, Bonn: Co-Producing a city-transformation